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KI & Automatisierung

KI im Mittelstand 2026: 41 Prozent nutzen sie, ein Drittel zahlt drauf

· 5 Minuten

Ein Feld aus Punkten, in dem ein wachsender Teil aufleuchtet

Der Bitkom hat Anfang 2026 telefonisch 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten befragt. Das Ergebnis ist die deutlichste Bewegung, die der Verband seit Beginn dieser Erhebungen im Jahr 2014 gemessen hat.

41 %

der befragten Unternehmen setzen KI aktiv ein. Zwölf Monate zuvor waren es 17 Prozent.

Weitere 48 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz, nur 11 Prozent lehnen ihn ausdrücklich ab. Die Frage, ob KI im Unternehmen ankommt, ist damit beantwortet. Die interessante Frage ist eine andere.

Der Größenunterschied ist erheblich

Bei Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten liegt die Nutzung über 60 Prozent. Bei kleinen und mittleren Unternehmen nutzt ein Viertel mindestens eine KI-Anwendung im Tagesgeschäft, 2024 waren es 19 Prozent, 2025 dann 21 Prozent.

Sechs Prozentpunkte in zwei Jahren, während die Großen sich verdoppeln: Der Abstand wächst gerade, er schließt sich nicht. Das liegt nicht an fehlendem Interesse, sondern an drei konkreten Hürden.

Woran es hängt

  • Fehlende interne Kompetenz: 53 Prozent. Niemand im Haus kann beurteilen, was ein Angebot taugt.
  • Unsicherheit beim Datenschutz: 47 Prozent. Die Frage, welche Daten wohin fließen, bleibt unbeantwortet und blockiert die Entscheidung.
  • Unklarer wirtschaftlicher Nutzen: 41 Prozent. Es gibt keine Rechnung, die zeigt, ab wann sich der Aufwand trägt.

Alle drei Hürden sind Wissenslücken, keine Technikprobleme. Sie verschwinden nicht dadurch, dass die Werkzeuge besser werden.

Die unbequeme Zahl

33 %

der Unternehmen mit KI-Einsatz berichten von höheren Kosten als erwartet.

Fast jedes fünfte Unternehmen hat im Zuge des KI-Einsatzes bereits Stellen abgebaut. Wer den Einsatz plant, sollte beide Zahlen kennen und nicht nur die 41 Prozent.

Teurer als geplant wird es selten wegen der Lizenzkosten. Teuer wird die Vorarbeit: Daten sortieren, Dokumente strukturieren, Zuständigkeiten klären. Genau der Teil, den Angebote gern überspringen, weil er sich schlecht verkaufen lässt.

Was daraus folgt

Wer als kleines Unternehmen einsteigt, sollte nicht mit der Frage beginnen, welches Werkzeug gekauft wird, sondern mit zwei anderen: Welcher Ablauf kostet uns tatsächlich Zeit, und sind die Daten dafür in einem Zustand, auf dem sich aufbauen lässt? Beide Fragen lassen sich in wenigen Tagen beantworten und ersparen im Zweifel ein Projekt.

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