Systeme & Anwendungen
Der IT-Beratungsmarkt stagniert. Für kleine Unternehmen ist das eine Chance
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Lünendonk erhebt jährlich die Umsätze der führenden IT-Beratungen in Deutschland. Die Listen für 2026 beschreiben zum zweiten Mal in Folge einen Markt, der kaum vom Fleck kommt.
1,5 %
organisches Wachstum bei den 25 führenden IT-Beratungen. Der Gesamtmarkt legte um 2,9 Prozent zu.
Die mittelständischen IT-Beratungen kamen im Schnitt auf 1,9 Prozent. Lünendonk spricht von einer strukturellen Konjunkturkrise, getrieben von der Schwäche in Automobil und Industrie.
Wer wächst, wächst unten
Interessant ist die Streuung. Während die großen internationalen Anbieter in Deutschland stagnieren oder verlieren, legen einzelne Häuser deutlich zu: adesso um 15,3 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro, Conet um 12,5 Prozent, Cosmo Consult um 10,2 Prozent.
Was diese Anbieter verbindet, ist die Ausrichtung auf den Mittelstand. Die Nachfrage verschiebt sich von den großen Häusern zu Anbietern, deren Preise zu Projekten passen, die keine sechsstellige Freigabe brauchen.
Der Datenpunkt, der zu denken gibt
54 %
der befragten Anbieter erwarten bis 2028 einen sinkenden Bedarf an Softwareentwicklern, weil KI Teile der Arbeit übernimmt.
Reines Programmieren verliert an Wert, das Verständnis von Daten und Abläufen gewinnt. Für Unternehmen heißt das: Wer heute einen Dienstleister sucht, sollte weniger danach fragen, welche Sprachen er beherrscht, und mehr danach, ob er das Geschäft versteht, das er abbilden soll.
Was das für kleine Unternehmen bedeutet
Ein stagnierender Markt bedeutet vorsichtige Budgets, aber auch: Anbieter haben Kapazität. Wer jetzt ein Vorhaben angeht, bekommt Aufmerksamkeit und Preise, die vor drei Jahren nicht verhandelbar gewesen wären. Vorausgesetzt, das Vorhaben ist klar genug umrissen, um es überhaupt zu beauftragen.