KI & Automatisierung
Automatisieren oder erst aufräumen?
· 3 Minuten

Automatisierung wird gern als erste Antwort auf Zeitmangel verkauft. Manchmal stimmt das. Häufiger verschiebt sie das eigentliche Problem nur an eine Stelle, an der es schwerer zu erkennen ist.
Vier Fragen vor jeder Automatisierung
- Läuft der Ablauf manuell zuverlässig? Wenn nicht, automatisieren Sie einen Fehler.
- Ist die Regel stabil? Was sich alle paar Wochen ändert, muss auch alle paar Wochen nachgebaut werden.
- Wie oft kommt der Fall vor? Unter etwa einer Handvoll Fälle pro Woche zahlt sich der Aufwand selten zurück.
- Wer merkt es, wenn es nicht läuft? Ein automatisierter Ablauf ohne Zuständigkeit fällt erst auf, wenn ein Kunde sich beschwert.
Wer alle vier Fragen beantworten kann, hat einen guten Kandidaten. Wer bei der ersten hängen bleibt, spart mit einer Woche Aufräumen mehr Zeit als mit jeder Automatisierung.
Klein anfangen ist keine Ausrede
Der übliche Fehler ist nicht, zu wenig zu automatisieren, sondern zu viel auf einmal. Ein einziger Ablauf, der sauber läuft und den das Team versteht, ist mehr wert als fünf, die halb funktionieren und die niemand mehr durchschaut.
Das deckt sich mit der Erhebung des Bitkom, nach der ein Drittel der Unternehmen mit KI-Einsatz höhere Kosten meldet als geplant. Teuer wird selten die Technik, teuer wird der Umfang, den man sich zu Beginn vorgenommen hat.