Es gibt Unterlagen, die nicht an einen amerikanischen Anbieter gehen: Personalakten, Patientendaten, Konstruktionszeichnungen, Verträge mit Vertraulichkeitsklausel. Für sie lässt sich ein Sprachmodell auf eigener Hardware betreiben.
Das ist kein Ersatz für Cloud-Dienste, sondern eine Entscheidung für bestimmte Inhalte. Wo die Grenze verläuft und ab wann sich eigene Hardware rechnet, steht weiter unten auf dieser Seite.
Lokale KI bezeichnet Sprachmodelle, die auf Hardware im eigenen Unternehmen laufen statt beim Anbieter in der Cloud. Eingaben und Dokumente verlassen das Netzwerk nicht. Der Betrieb erfordert eine passende Grafikkarte, laufende Pflege und jemanden, der zuständig ist, wenn das System steht.
Technisch ist das inzwischen unspektakulär: Ein offenes Modell wird auf einem Rechner mit ausreichend Grafikspeicher betrieben und über eine Oberfläche oder Schnittstelle angebunden. Die eigentliche Arbeit liegt woanders, nämlich in der Auswahl des Modells, der Anbindung an vorhandene Dokumente und der Frage, welche Aufgaben überhaupt lokal laufen müssen.
Was die Zahlen sagen
Der Bitkom nennt für 2026 Unsicherheit beim Datenschutz als eine der drei häufigsten Hürden beim KI-Einsatz: 47 Prozent der Unternehmen führen sie an. Die Frage, welche Daten wohin fließen, bleibt unbeantwortet und blockiert die Entscheidung. Bei kleinen und mittleren Unternehmen wiegt das schwerer, weil dort selten jemand im Haus ist, der die Antwort geben kann.
Das ist der eigentliche Grund für lokale KI: nicht bessere Ergebnisse, sondern eine Frage weniger. Wenn Inhalte das Netzwerk nicht verlassen, entfällt die Prüfung, ob sie es dürfen. Für Betriebe mit Berufsgeheimnis oder vertraglichen Vertraulichkeitspflichten ist das der Unterschied zwischen Einsatz und Nichteinsatz.
Gegenrechnung: Ein Drittel der Unternehmen mit KI-Einsatz meldet höhere Kosten als geplant. Bei lokaler KI liegt der teure Teil in der Hardware und in der Pflege, nicht in der Einrichtung. Wer nur gelegentlich zusammenfassen oder formulieren lässt, fährt mit einem Cloud-Dienst und einem sauberen Auftragsverarbeitungsvertrag günstiger.
„Die Frage ist nie, ob lokale KI funktioniert. Sie funktioniert. Die Frage ist, ob im Betrieb jemand da ist, der sie am Laufen hält, wenn nach einem Treiber-Update nichts mehr antwortet. Wo diese Person fehlt, ist ein Cloud-Dienst mit ordentlichem Vertrag die ehrlichere Empfehlung.“
Jemand im Haus kann Updates und Störungen übernehmen
Niemand soll sich um Technik kümmern müssen
Kosten
Einmalig Hardware, danach Strom und Pflege
Monatlich je Nutzer, ohne Anschaffung
Leistungsfähigkeit
Gut genug für Zusammenfassen, Einordnen, Suchen im Bestand
Die stärksten verfügbaren Modelle, ohne eigene Hardware
Was wir konkret machen
01
Prüfen, ob es lokal sein muss
Zuerst wird sortiert, welche Inhalte tatsächlich das Haus nicht verlassen dürfen. Häufig ist das ein kleinerer Teil als angenommen. Bleibt am Ende zu wenig übrig, bekommen Sie die Empfehlung, es zu lassen, auch wenn damit ein Auftrag entfällt.
02
Hardware auslegen
Entscheidend ist der Grafikspeicher, nicht der Prozessor. Wir rechnen anhand der geplanten Modellgröße und der Zahl gleichzeitiger Nutzer, was nötig ist, und nennen die Anschaffungskosten, bevor etwas bestellt wird.
03
Modell auswählen und einrichten
Ein offenes Modell, dessen Lizenz die gewerbliche Nutzung erlaubt, wird eingerichtet und auf Ihre Aufgaben hin geprüft. Nicht das größte Modell gewinnt, sondern das, das die konkrete Aufgabe auf Ihrer Hardware zuverlässig erledigt.
04
An den eigenen Dokumentenbestand anbinden
Der Nutzen entsteht meist erst, wenn das Modell auf Ihre eigenen Unterlagen zugreift: Angebote, Protokolle, Handbücher. Dafür werden die Dokumente aufbereitet und durchsuchbar gemacht, mit einer nachvollziehbaren Angabe, aus welchem Dokument eine Antwort stammt.
05
Zugriff und Protokollierung regeln
Wer darf was fragen, was wird protokolliert, wie lange werden Verläufe aufbewahrt. Diese Fragen gehören vor die Inbetriebnahme, nicht danach. Sie gehören auch in die Dokumentation, weil sie bei einer datenschutzrechtlichen Prüfung als Erstes gestellt werden.
06
Team einweisen und übergeben
Ohne Einweisung wird auch ein gutes System nach wenigen Wochen umgangen. Ihr Team lernt, was das Modell kann, wo es zuverlässig ist und woran sich eine falsche Antwort erkennen lässt. Auf Wunsch übernehmen wir den Betrieb.
Woran Sie es messen
Ein lokales System ohne Nutzungsdaten ist ein teurer Rechner. Diese Werte zeigen, ob es tatsächlich verwendet wird:
Zahl der Anfragen je Woche, aufgeschlüsselt nach Abteilung
Anteil der Anfragen, für die vorher ein Cloud-Dienst genutzt worden wäre
Antwortzeit unter tatsächlicher Last, nicht im Einzeltest
Verfügbarkeit über den Monat, inklusive der Ausfälle nach Updates
Laufende Kosten für Strom und Pflege, gegengerechnet mit den Lizenzkosten, die ein Cloud-Dienst gekostet hätte
Was wir nicht versprechen
Dieser Abschnitt steht bewusst auf der Verkaufsseite und nicht im Kleingedruckten:
Die Qualität der großen Cloud-Modelle. Ein Modell, das auf einer einzelnen Grafikkarte läuft, ist schwächer als die stärksten verfügbaren Dienste. Für Zusammenfassen, Einordnen und Suchen im eigenen Bestand reicht es, für anspruchsvolle Textarbeit oft nicht.
Automatische Datenschutzkonformität. Lokal heißt, die Daten bleiben im Haus. Es heißt nicht, dass jede Verarbeitung damit zulässig ist. Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten, Zugriffsrechte und Aufbewahrungsfristen brauchen Sie weiterhin.
Betrieb ohne Pflege. Modelle, Treiber und Bibliotheken werden aktualisiert. Ohne Zuständigkeit steht das System nach dem ersten größeren Update, und niemand merkt es sofort.
Dass es günstiger ist. Bei gelegentlicher Nutzung ist ein Cloud-Dienst mit Auftragsverarbeitungsvertrag klar billiger. Lokale KI rechnet sich über Vertraulichkeit und Dauerbetrieb, nicht über den Preis.
Was wir zusagen: eine ehrliche Rechnung vor der Anschaffung, eine dokumentierte Einrichtung und die Empfehlung gegen das Projekt, wenn die Voraussetzungen nicht stimmen.
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